{"id":17,"date":"2023-03-30T15:52:47","date_gmt":"2023-03-30T15:52:47","guid":{"rendered":"https:\/\/oegmw.at\/?page_id=17"},"modified":"2026-04-29T18:40:08","modified_gmt":"2026-04-29T16:40:08","slug":"jahrestagung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/oegmw.at\/en\/jahrestagung","title":{"rendered":"Jahrestagung"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mensch:Musik:Umwelt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Jahrestagung der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Musikwissenschaft 202<\/strong>6<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Universit\u00e4t Innsbruck, Haus der Musik, 19. \u201321. November 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der deutsch- und englischsprachige Call for Papers kann hier heruntergeladen werden:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-ae2a0ee4-aa61-4332-b8b0-0a586f80b728\" href=\"https:\/\/oegmw.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CfP_OEGMW_2026_1de_extended_deadline.pdf\">2026_Jahrestagung_cfp_de_extended_deadline<\/a><a href=\"https:\/\/oegmw.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CfP_OEGMW_2026_1de_extended_deadline.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-ae2a0ee4-aa61-4332-b8b0-0a586f80b728\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-bbd5c6ce-c729-4983-b898-f7cb679bb393\" href=\"https:\/\/oegmw.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CfP_OEGMW_2026_1en_extended_deadline.pdf\">2026_Jahrestagung_cfp_en_extended_deadline<\/a><a href=\"https:\/\/oegmw.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/CfP_OEGMW_2026_1en_extended_deadline.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-bbd5c6ce-c729-4983-b898-f7cb679bb393\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Idee, Musik als Bindemittel zwischen Mensch und Umwelt zu verstehen, umfasst eine breite Palette an m\u00f6glichen Auseinandersetzungen aus allen Bereichen der Musikwissenschaft. Musik wurde von Menschen seit jeher als Medium der Vermittlung zwischen der Gemeinschaft und ihrer Umwelt eingesetzt. Fl\u00f6ten oder Pfeifen, die Vogelstimmen imitieren, dienen nicht nur zu Jagdzwecken, sondern auch dem \u00e4sthetischen Genuss oder der Belustigung. Musiktheorien im antiken Griechenland, im alten China, im islamischen Hochmittelalter oder in mesoamerikanischen Gesellschaften verbinden stets das Kosmische mit dem Menschlichen. Solche analogistischen Konzeptionen von Sph\u00e4renharmonien \u00fcber manche liturgische Konzepte bis hin zu zeitgen\u00f6ssischen neoplatonischen Ideenwelten bauen stets auf eine vermittelnde Funktion von Musik: das Nat\u00fcrliche, wie etwa Tierlaute, Geographien oder mathematische Formen, wird ebenso durch Musik den Menschen zug\u00e4nglich gemacht wie das \u00dcbernat\u00fcrliche: die animistisch belebte Umwelt, die Geister und G\u00f6tter an ihren heiligen Orten, oder das Universum selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in der Geschichte der Kunstmusik treten h\u00f6here Gewalten auf, das Wilde und Bedrohliche wird ebenso vertont wie das Idyllische und Pastorale. In vielen Liedern Franz Schuberts rauschen B\u00e4cher und W\u00e4lder, Bed\u0159ich Smetana hat den Verlauf der Moldau vertont, und Gustav Mahler l\u00e4sst seine Erste Symphonie mit \u201ewie ein Naturlaut\u201c beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bez\u00fcge zur Umwelt m\u00fcssen dabei stets kritisch hinterfragt werden. Oftmals begegnet man geographisch kartierten Stereotypen, etwa dem \u201eNordischen\u201c bei Jean Sibelius, oder \u201eAfrikanischer Musik\u201c, die zwar positiv besetzt sein k\u00f6nnen, aber dennoch mit ethnischen, speziesistischen oder gar rassistischen Generalisierungen operieren (wie das \u201e\u00c4lpische\u201c im Nationalsozialismus).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Volksmusik, Country, Folk und anderen Popularmusikgenres wird oft Bezug auf die Landschaft oder andere regionale Eigenschaften der Umwelt genommen. Protestlieder k\u00f6nnen auch Kritik an der Umweltverschmutzung oder Gegenhaltungen zu Klimapolitik \u00e4u\u00dfern. Doch gerade die \u201eaudible infrastructures\u201c (Kyle Devine) der (Popular-)Musikindustrie produzieren einen gewaltigen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 20. Jahrhundert \u00f6ffnen sich die Musikwissenschaften neu entstehenden Ideenfeldern wie der Musique Concr\u00e9te, der Soundscape Art und den Sound Studies, der akustischen \u00d6kologie und der Zoomusikologie. \u201eMore-than-human musicking\u201c, \u201eecomusicology\u201c oder \u201esonic ecologies\u201c: aktuelle Schlagw\u00f6rter zu neuen Herangehensweisen an Klang und Musik, die ein weiterreichendes Netzwerkdenken zu bef\u00f6rdern suchen. Jakob von Uexk\u00fclls Umweltbegriff wird wiederbelebt, in Donna Haraways Posthumanismus ebenso wie in Tim Ingolds \u201edwelling\u201c oder in David Rothenbergs Mensch-Tier-Jazz. Die anthropozentrische Kritik hat in den Musikwissenschaften Einzug gehalten wie auch die \u201eCultural Animal Studies\u201c (etwa in der gleichnamigen Buchreihe des Springer-Verlags).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musikinstrumente k\u00f6nnen die Qualit\u00e4ten von Pflanzen, Tieren, oder von bestimmten Orten ins musikalische Handeln einbringen. Mit Technologien der Elektroakustik und elektronischen Klangerzeugungen treten auch Konzepte und Theorien der Science and Technology Studies in den Fokus der Musikforschung. Seit etwa einem Jahrzehnt gibt es Algorithmen, die selbst Musik zu komponieren verm\u00f6gen, die also weniger als Instrumente denn als kreative Instanzen konzipiert werden \u2013 als Entit\u00e4ten der Technosph\u00e4re, der fabrizierten, quasibelebten Umwelt des heutigen und zuk\u00fcnftigen Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00d6sterreichische Gesellschaft f\u00fcr Musikwissenschaft l\u00e4dt in ihrer Jahrestagung 2026 unter dem Motto <strong>Mensch:Musik:Umwelt<\/strong> zu weitreichenden Reflexionen \u00fcber all diese Themenbereiche ein. Beitr\u00e4ge zur Tagung k\u00f6nnen sich um folgende, oder \u00e4hnliche, Fragestellungen drehen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Welche Verbindungen zwischen Kosmos und Mensch wurden oder werden in Musiktheorien angenommen oder in musikalischen Traditionen vertont?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie klingen die Umwelt, ihre Ph\u00e4nomene, und die in sie eingebetteten Menschen in verschiedenem kompositorischen Handeln?<\/li>\n\n\n\n<li>Mit welchen Instanzen aus der Umwelt wurde oder wird in indigenen oder traditionellen Gemeinschaften musikalisch interagiert?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche Umweltkonzepte wurden oder werden \u00fcber die Rohstoffe, die Erzeugung, den Transport und die Behandlung von Musikinstrumenten in die Musik eingebracht?<\/li>\n\n\n\n<li>Welche \u00f6kologischen Kosten entstehen durch aktuelle Praktiken der Rezeption und Distribution von Musik, etwa mit Blick auf den Energieverbrauch von Streaming-Servern und die Live-Musik-Industrie?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie \u00e4u\u00dfert sich \u00d6ko-Kritik in der popul\u00e4ren Musik?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie werden Umweltqualit\u00e4ten in Film- und Gaming-Musik illustriert und umgesetzt?<\/li>\n\n\n\n<li>Zoomusikologie, Phytomusikologie, Astromusikologie, Cybermusikologie: reale oder fiktive Forschungsdesiderate?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Formate:<\/strong> Vortrag (20 Minuten plus 10 Minuten Diskussion), Roundtables, Podiumsdiskussionen (max. 90 Minuten inkl. Impulsreferate). Des Weiteren sind andere Gespr\u00e4chsformate, Workshops oder Lecture Recitals willkommen, hierf\u00fcr bitte bei der Einreichung R\u00fccksprache mit dem Organisationsteam halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Einreichungen<\/strong>: Senden Sie bitte ein Abstract (max. 250 W\u00f6rter) unter Angabe des gew\u00fcnschten Formats, sowie eine Kurzbiografie (max. 100 W\u00f6rter) bis zum <strong>30.4.2026<\/strong> an <a href=\"mailto:musikwissenschaft@uibk.ac.at\">musikwissenschaft@uibk.ac.at<\/a>. Die Einreichungen werden anonym begutachtet. \u00dcber die Annahme entscheidet das Programmkomitee bis <strong>30.5.2026<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Junge Musikwissenschaft<\/strong>: Im Rahmen der Jahrestagung findet auch das Studierenden-Symposium der Jungen Musikwissenschaft statt. Den vom Thema der Jahrestagung unabh\u00e4ngigen Call f\u00fcr dieses Symposium finden Sie hier: <a href=\"https:\/\/oegmw.at\/en\/junge-musikwissenschaft\/nachwuchssymposium\/\">https:\/\/oegmw.at\/junge-musikwissenschaft\/nachwuchssymposium<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Organisationsteam<\/strong>: Bernd Brabec (Chair), Federico Celestini, Milijana Pavlovi\u0107, Thomas Nu\u00dfbaumer, Bernhard Steinbrecher, Sabine Daum. Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verf\u00fcgung: <a href=\"mailto:musikwissenschaft@uibk.ac.at\">musikwissenschaft@uibk.ac.at<\/a> oder <a href=\"mailto:Bernd.Brabec@uibk.ac.at\">Bernd.Brabec@uibk.ac.at<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Archiv<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Jahrestagung 2024 fand zum Thema &#8222;Demokratie \u2013 Materialisierung in und durch Musik&#8220; vom 17. bis 19. Oktober 2024 an der Universit\u00e4t Mozarteum in Salzburg statt. Informationen und das Programm finden Sie im &#8222;<a href=\"https:\/\/oegmw.at\/en\/archiv\/\" data-type=\"page\" data-id=\"74\">Archiv<\/a>&#8222;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">S\u00e4mtliche Informationen zu vergangenen Jahrestagungen sind auf der <a href=\"https:\/\/oegmw.at\/en\/archiv\/\" data-type=\"page\" data-id=\"74\">Archivseite<\/a> zu finden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mensch:Musik:Umwelt Jahrestagung der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Musikwissenschaft 2026 Universit\u00e4t Innsbruck, Haus der Musik, 19. \u201321. 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