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Die Mobilität »tönender Luft« und migrantische Kulturen des Klangs, Vortrag Carolin Stahrenberg:
Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Kulturen des Klangs“
Institut für Musikwissenschaft Innsbruck
»Das Kind –– es schwebt!« –
so beschrieb Ferruccio Busoni in seinem Entwurf einer neuen Aesthetik der Tonkunst (1907, S. 6) die Besonderheit der Musik im Reigen der Künste: Als »tönende Luft« sei sie »nicht der Schwere unterworfen«, ihre Materie »durchsichtig« (ebd.). Die von Busoni beschworene »Unmaterialität« und Freiheit des Klangs zeigt Musik als eine weitgehend mobile Kunstform – was wäre also besser geeignet, um in Migrationsprozessen als ›leichtes Gepäck‹, quasi schwebend, mitgeführt zu werden? Gleichzeitig sind musikalische Repertoires häufig ideell an einen ›fixen‹ Ort gebunden, sie tragen klangliche und andere Vorstellungen, Handlungsroutinen und Raumkonzepte in sich, die dann in Transferprozessen modifiziert und hinterfragt werden müssen. Der Vortrag thematisiert mit besonderem Blick auf asymmetrische Machtkonstellationen das Spektrum von Mobility und Fixity musikalischer Ausdrucksformen und untersucht exemplarisch soziale, ideologische und emotionale Aspekte klanglicher Ausprägungen in Migrationsprozessen.
Kurzbiografie
Carolin Stahrenberg ist Professorin für Musikwissenschaft an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Musiktheater, Populäre Musik, Gender Studies sowie Musik und Migration. Vor ihrem Ruf an die Bruckneruniversität arbeitete Stahrenberg als wissenschaftliche Mitarbeiterin u.a. an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, am ZPKM (Zentrum für populäre Kultur und Musik) in Freiburg/Brsg. sowie an den Universitäten Klagenfurt und Innsbruck und war Juniorprofessorin für Musikwissenschaft / Gender Studies an der Universität der Künste Berlin.
